Rundreise durch Jordanien – wie kannst du deine Tour planen

Oft werde ich gefragt, ob Jordanien wirklich so sehenswert ist, wie es immer erzählt und beschrieben wird. Gibt es außer der Felsenstadt Petra auch andere Sehens-würdigkeiten, die du gesehen haben solltest?

Kurz und knapp geantwortet: JA!

Wer geschichtlich interessiert ist und mehr über die biblische und islamische Geschichte und Kultur erfahren möchte, ist in Jordanien genau am richtigen Ort. Jordanien bietet viel mehr als nur die weltberühmte Felsenstadt Petra oder das Tote Meer. Jeder Sandkrümel und jeder Stein hat in Jordanien Geschichte geschrieben.

Eine Zeitreise durch das Land wo einst die Nabatäer Handel betrieben, wo Jesus getauft wurde, wo Moses in das heilige Land schaute, wo Kreuzritter ihre Festungen bauten, wo Laurence von Arabien seinen Kampf gegen das osmanische Reich führte, wo du am tiefsten Punkt der Erde noch Baden kannst…..all das kannst du in Jordanien bestaunen und erleben.

Ich will dir bei der Planung deiner Reise durch Jordanien ein wenig behilflich sein und Möglichkeiten aufzeigen, wie du Jordanien bereisen kannst. Das ist kein Dogma, es sind Empfehlungen und Tipps, die ich während meines einjährigen Aufenthaltes in Jordaniens selbst ausprobiert habe bzw. von Verwandten, Bekannten und Freunden ausprobiert wurden.

Sicherlich ist das immer eine persönliche Ermessensfrage wie man seinen Urlaub verbringen möchte.
Was möchtest du sehen, wie viele Tage sind angebracht, bevorzugt man lieber Individualreisen oder doch lieber den Pauschaltourismus. Fragen, die jeder für sich selbst beantworten sollte.

Die Politische Situation in Jordanien

Jordanien ist umringt von Israel, dem Westjordanland, Syrien, Irak und Saudi Arabien. In dieser Region jagt ein Konflikt den anderen. Und niemand kann wirklich vorhersagen, wann und wo der nächste Konflikt ausbrechen wird.
Ein scheinbar unendlicher Strom von syrischen Flüchtlingen macht Jordanien zu schaffen. Trotz all dieser Probleme bildet Jordanien seit Jahren eine politisch stabile Linie zwischen den einzelnen Konfliktparteien. Sicherlich gab es auch in Jordanien in der Vergangenheit Terroranschläge. Aber in Zeiten des Terrorismus ist man wohl nirgendwo mehr sicher. Trotzdem kann ich mit ruhigem Gewissen sagen, dass ich mich während meines Aufenthaltes in Jordanien sicher gefühlt habe. Nicht nur in Amman, sondern im gesamten Land.
Beobachte bereits im Vorfeld deiner Planungen die politische Situation im Land und beachte die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes. Tipps und Hinweise auf der Seite des Auswärtigen Amtes sollten auf jeden Fall befolgt werden.

Wann ist die beste Reisezeit

In Jordanien gibt es unterschiedliche Klimazonen. Im Norden und Nordwesten des Landes herrscht vorwiegend mediterranes Wetter. Warme und trockene Sommermonate von Mitte Juni bis in den September hinein. Im Winter gib es sehr feuchte Monate, wo es sich insbesondere in den Bergregionen sehr stark abkühlt und es auch vereinzelt zu Schneefällen kommen kann.
Wer Richtung Süden unterwegs ist, wird mit dem kontinentalen Wüstenklima konfrontiert werden. Tagsüber können die Temperaturen im Sommer auf über              40° steigen. Im Winter sind im Süden des Landes Temperaturen zwischen 15° und 20° zu erwarten.
In Akaba am Roten Meer ist es in den Wintermonaten meist sonnig und warm, so dass du in der Regel das ganze Jahr nutzen kannst, um im Meer baden zu können.

Die beste Reisezeit nach Jordanien zu reisen, ist entweder zwischen Ende März bis Ende Mai oder Mitte September bis Ende November. Bei deiner Planung solltest du auf jeden Fall daran denken, dass es zu Temperaturunterschiede innerhalb des Landes kommt. Das bedeutet, dass die Temperaturen am Toten Meer oder in Aqaba am Roten Meer einen Unterschied zu Amman von ca. 10 Grad ausmachen. Hinzu kommt, dass es am Roten und am Toten Meer sehr feucht warme Wettererscheinungen vorherrschen.
Für den Abend bzw. die Nacht sollte eine Jacke oder ein Pullover griffbereit sein. Insbesondere in der Wüste kühlt es sich relativ stark ab.

Die Anreise

Egal von wo aus du nach Jordanien fliegst, du solltest so früh wie möglich deine Reise planen und den Flug buchen. Da Flüge nach Jordanien relativ teuer sind, macht es Sinn rechtzeitig seinen Flug zu buchen. Lufthansa und Royal Jordanien bieten Direktflüge an. Ich selbst bin immer Nonstop von Berlin nach Amman mit Royal Jordanien geflogen. Diese Fluggesellschaft ist zwar etwas teurer, aber du bist innerhalb von 4,5 Stunden in Amman. Auch der Service von Royal Jordanien ist nicht zu verachten.

In der Regel wirst du auf dem Flughafen Queen Alia International in Amman landen. Die Einreise gestaltet sich relativ einfach. Hast du bereits vorher einen JordenPass * gekauft, ist das Visum zur Einreise bereits enthalten. Wenn nicht, ist eine Visa-Gebühr in jordanische Dinar zu entrichten. Die Bezahlung mit Kreditkarte ist ebenfalls möglich. Gültiger Reisepass mit mindestens 6 monatiger Gültigkeitsdauer ist Grundvoraussetzung, um in Jordanien einreisen zu können.

Nach der Passkontrolle geht es in die Gepäckempfangshalle. Bereits dort hast du die Möglichkeit dir eine SIM Karte des Telefonanbieters „Zain“ zu kaufen. Zain ist einer der mobilen Telefonanbieter in Jordanien und bietet dir einen sehr guten Tarif mit Datenvolumen ( 8GB), Freiminuten und SMS innerhalb des Landes an. Der Datentarif eignet sich insbesondere dafür, um Google Maps live nutzen zu können, über Skype zu telefonieren oder um online zu recherchieren und die sozialen Netzwerke zu nutzen. Ich selbst habe während meines Aufenthaltes diesen Anbieter genutzt und hatte nie Probleme mit Geschwindigkeit oder Empfang gehabt. Außer in der tiefsten Wüste an der Grenze zu Saudi Arabien waren dann auch diesem Telefonanbieter seine Grenzen gesetzt.

Nachdem du in der Empfangshalle angekommen bist, befinden sich rechts die Mietstationen für Autos. Wer mit dem Taxi in die Stadt möchte, sollte den außerhalb des Gebäudes befindlichen Taxipunkt nutzen. Hier wird dir ein Taxi zugewiesen, so dass du dir sicher sein kannst, einen fairen Preis zu bezahlen. Eine Fahrt mit dem Taxi kostet nach Downtown in etwa 20 jordanische Dinar.

Hotels in Amman

Amman bietet eine Vielzahl von Hotels* und natürlich auch in den unterschiedlichsten Preiskategorien. Angefangen über internationale Hotelketten bis hin zu einheimischen Hotels wird es sicherlich für jeden Geldbeutel etwas zu finden sein.

1. und 2. Tag

Bist du nun schon einmal in Amman, dann starte von hier aus mit deiner Tour durch Amman.
Plane für Amman ca. 1,5 Tage ein, um alle Hotspots zu entdecken, die interessant sind.

Hier einige ausgewählte Spots, die auf jeden Fall auf deiner Liste stehen sollten:

  • Zitadelle mit einem atemberaubenden Blick auf Amman
  • Amphitheater, wo ca. 6000 Besucher sich heute noch Konzerte anschauen können
  • Freitagsgebet, welches auch auf der Straße direkt an der Al Hussein Moschee in Downtown stattfindet
  • Spaziergang durch den Zucker- und Gemüsemarkt in Downtown
  • Besuch der Rainbow Street am Abend
  • bei einem Kaffee oder Cocktail die Aussicht auf Amman genießen und den Sonnenuntergang beobachten
  • das Jordan Museum, welches dir den ersten Einblick in die Geschichte Jordaniens bietet
  • eines der Kunstgalerien oder das Museum der Fine Art besuchen
  • die Abu Darwish Moschee mit seinem einzigartigen Farbe- und Baustil bewundern
    ( kein Einlass für Touristen )
  • Besuch der König Abdullah Moschee ( Besuch innerhalb der Moschee ist erlaubt )

3.Tag

Am besten ist es so früh wie möglich von Amman in Richtung Süden zu starten. Folgende Hotspots solltest du anfahren:

  • Madaba – u.a. Besuch der St.-Georg-Kirche mit seiner aus Mosaiksteinen gefertigten Palästinakarte
  • Mount Nebo – wo Moses in das heilige Land schaute. Eine atemberaubende Aussicht auf das Tote Meer, das Jordan Tal und Jericho
  • Festung Al Karak – an klaren Tagen bis nach Jerusalem schauen
  • Festung Shoubak – mit einem Guide die in den Fels gehauenen Stufen hinabsteigen. Im unteren Bereich der Festung findest du das kleinste Hotel der Welt. In einem meiner Beiträge habe ich bereits darüber berichtet.
  • Petra

Abends in Petra angekommen, kannst du in einen der Camps übernachten. Bedenkenlos kann ich dir das Beduinen-Camp „Seven Wonders“ * in Little Petra empfehlen. Das Bedouin Camp bietet private Zelte mit Teppichboden und schmiedeeisernen Betten. Das Abendbrot sowie das Frühstück sind lecker. Ständig wird Tee serviert, der zur Sucht werden kann. Den Abend kann man am Lagerfeuer mit einer Shisha ausklingen lassen. Geheimtipp: Genieße den Sonnenuntergang auf eines der Felsen in unmittelbarer Nähe des Camps.

4.Tag

Besuch der Felsenstadt Petra.
Vom Beduinen-Camp „Seven Wonder“ fährst du etwa 15 Minuten bis zum Besuchereingang. Nutze die Gelegenheit so früh wie nur möglich da zu sein. So besteht die Möglichkeit vom Schatzhaus herrliche Fotos ohne großer Menschenansammlung zu machen.

Wer gut zu Fuß ist und ausreichend Kondition besitzt, kann an einem Tag einen Trail von ca. 20 km bewältigen. Was solltest du in der Felsenstadt Petra besichtigt haben:

  • das Schatzhaus
  • die Fassadenstraße
  • den hohen Opferplatz
  • das Römische Theater
  • die Königsgräber
  • zum Monastery, ein beschwerlicher Aufstieg mit über 800 Stufen und einer atemberaubenden Aussicht auf das Wadi Araba
  • einen über dem Urnenplatz gelegenen Aufstieg nutzen, um den berühmten Blick von oben auf das Schatzhaus mit einer Tasse Tee genießen zu können.

Für Getränke und Imbiss ist innerhalb der Felsenstadt gesorgt. Du solltest aber wissen, dass die Getränke und Speisen doch ein wenig überteuert sind.

In meinem Beitrag Petra – Jordaniens Weltkulturerbe und Petra by night findest du weitere Informationen.

Solltest du wirklich den gesamten Tag in der Felsenstadt verbracht haben würde ich dir empfehlen, eine weitere Nacht im Beduinen-Camp zu verbringen.

5. und 6. Tag

Der frühe Vogel fängt den Wurm. Spätestens um 07:30 solltest du in Richtung Wüste aufbrechen. Bei einer Rundreise durch Jordanien ist das Wadi Rum eine Pflichtveranstaltung und sollte mindestens zwei Tage umfassen. Die Weite der Wüste mit ihren verschiedenen Farben von schwarzen, gelben, orangen und roten Sand, den einzigartigen durch Wind und Wasser geschaffenen Felsformationen machen das Abenteuer Wüste zu einem unvergesslichen Erlebnis. Weitere Informationen kannst Du in meinem Beitrag
Wadi Rum-Jordaniens Nationalpark entnehmen.
Egal ob mit einem Jeep oder auf einem Kamel, lass dir dieses Abenteuer nicht entgehen. Möchtest du eine Tour durch das Wadi Rum buchen, so nutze nur das Visitor Center im Wadi Rum oder buche online auf booking.com* bzw. auf tripadvisor.de*. Lass dich auf keine Deals vor dem Besucherzentrum ein.

7. und 8. Tag

Weiterfahrt nach Aqaba ans Rote Meer. Hier kannst du in eines der vielen Hotels einchecken und zwei entspannte Tage am Meer und den Pools verbringen. Mein persönlicher Favorit: das Mövenpick Hotel Tala Bay. Ein Ausflug direkt nach Aqaba solltest du dir nicht entgehen lassen. Tauche in das Reich von Gewürzen und Schmuck ein. Aqaba ist Freihandelszone, wo du keine staatlich erhobene Steuern auf deine gekauften Produkte bezahlen musst. Auch ein Blick auf eines der weltweit höchsten Fahnenstangen der Welt lohnt sich. Für Enthusiasten der Unterwasserwelt dürfte Aqaba ein Paradies sein.

9. und 10. Tag

Nach zwei entspannten Tagen geht es nun langsam wieder zurück in Richtung Norden. Plane deinen nächsten Stop im Dana Nature Reserve ein. Dana Nature Reserve ist das bekannteste Naturreservat Jordaniens. Wer gerne wandert und Vögel beobachtet, ist in diesem Naturreservat bestens aufgehoben. Empfehlenswert wäre eine geführte Tour mit einem lokalen Guide. Übernachtungen können im Dana Guest House*, mit seinem wunderschönen Blick auf die Berge, geplant werden.

10. und 11. Tag

Nach dem du das Frühstück genossen hast, geht es nun in Richtung Totes Meer. Nur 2,5 Stunden trennen dich zum tiefsten Punkt der Erde. Gerne kannst du meinen Beitrag zum Toten Meer hier lesen. Eines der Top -Adressen zum Übernachten am Toten Meer ist für mich nach wie vor das Mövenpick Hotel.
Auf jeden Fall solltest Du es nicht verpassen und die Möglichkeit nutzen, das direkt am Toten Meer gelegene Wadi Mujib zu besuchen. Was du hier beachten solltest, erfährst du in meinem Beitrag  „Wadi Mujib – Abenteuer in Jordanien“ .

12. Tag

Diesen Tag solltest du nutzen, um eine Tagestour nach Umm Qais oder Jerash zu machen. Fahre entlang der israelischen Grenze durch das Jordan Valley.
Umm Qais und Jerash sind Orte von historischer Bedeutung. Eindrucksvolle Ruinen zeugen von einer beeindruckenden Geschichte des Landes. Mein persönlicher Favorit wäre Jerash mit seiner doch relativ gut erhaltenen Ruinenlandschaft aus antiker Zeit. Auch Umm Qais überzeugt mit seinem herrlichen Ausblick zum See Genezareth in Israel und den in Syrien gelegenen Golanhöhen.
Von dort geht es dann direkt zurück nach Amman.

13. Tag

Fahrt zum Flughafen

Mein Fazit

Diese von mir aufgezeigte Route ist sicherlich sehr anstrengend. Aber du kannst davon ausgehen, dass du vieles von Jordanien gesehen haben wirst. Sicherlich kannst du noch eine Wüstenschlössertour einplanen, die noch einen weiteren Tag Aufenthalt in Jordanien bedeuten könnten

Jordanien ist nicht gerade ein preiswertes Land zum Bereisen. Trotzdem lohnt es sich das Geld zu investieren.

Ich wünsche dir viel Spaß bei deiner Planung und den Unternehmungen in Jordanien. Bei Fragen kannst du mich gerne persönlich kontaktieren oder deine Fragen in die Kommentare schreiben.

 

*Dieser Beitrag enthält Werbelinks

In diesem Sinne

Rinjehaun      #berlinerontour

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3 Kommentare

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